Worum geht es hier?

An wen richtet sich dieses Dokument?

Diese Blaupause richtet sich an Führungs- und Entscheidungsträger in öffentlichen Verwaltungen und Unternehmen, die digitale Souveränität als strategisches Ziel verfolgen möchten. Während für Verwaltungen Aspekte wie Transparenz, Datenschutz und langfristige Handlungsfähigkeit im Vordergrund stehen, fokussieren Unternehmen oft auf Flexibilität, Kosteneffizienz und Wettbewerbsvorteile. Beide Zielgruppen eint jedoch das Ziel, Abhängigkeiten von proprietären Lösungen zu reduzieren und durch Open Source-Software (OSS) mehr Kontrolle über ihre IT-Infrastruktur zu erlangen.

Warum digitale Souveränität?

Ein Großteil der aktuellen IT-Landschaft in deutschen Verwaltungen und Unternehmen basiert derzeit auf proprietärer Software. Diese Abhängigkeit birgt Risiken, durch Lock-In-Effekte, fehlende Transparenz, eingeschränkte Anpassbarkeit und hohe Kosten bei Serviceänderungen. Open Source-Software bietet hier durch offene Standards, Transparenz und Unabhängigkeit von einzelnen Anbietern Lösungsansätze für alle Akteure, die tätig werden wollen. Schleswig-Holstein zeigt als erstes Bundesland, wie dieser Weg erfolgreich beschritten werden kann: Seit 2018 setzt das Land systematisch auf OSS und hat mit der „Open Innovation und Open Source Strategie“ (2024) eine klare Roadmap vorgelegt.

Ziel dieses Dokuments

Diese Blaupause skizziert, wie eine Organisation –“ ob Verwaltung oder Unternehmen –“ erste Schritte in Richtung digitaler Souveränität gehen kann. Basierend auf den Erfahrungen Schleswig-Holsteins und praxisnahen Fragestellungen werden Handlungsempfehlungen für die Umsetzung gegeben. Das Dokument konzentriert sich dabei auf die relevanten Entscheidungen und Prozesse, die es im Management einzuleiten geht, um ein vergleichbares Projekt zu starten. Schleswig-Holstein plant in Ergänzung zu diesem Dokument weitere Unterlagen zur technischen Umsetzung, den damit verbundenen Entscheidungen, aber auch einzelnen Lösungen zu veröffentlichen, um in Zukunft ein noch umfassenderes Bild der Migration bieten zu können, diese Inhalte sind folglich nicht Teil dieses Dokumentes.

Warum Schleswig-Holstein seine Erfahrungen teilt:

Dieses Dokument ist kein statisches Regelwerk, sondern ein lebendiger Beitrag zur Open-Source-Community. Es soll anderen Organisationen ermöglichen, aus den in Schleswig-Holstein gewonnen Erkenntnissen zu lernen, und umgekehrt von anderen Erfahrungen zu erfahren und zu profitieren.

Unterschiedliche Anforderungen: Verwaltung vs. Unternehmen

Öffentliche Verwaltungen und privatwirtschaftliche Unternehmen haben unterschiedliche Prioritäten, sind aber gleichermaßen auf eine stabile IT-Infrastruktur angewiesen:

  • Verwaltungen müssen digitale Dienstleistungen sicher, transparent und im öffentlichen Interesse erbringen. Open Source ermöglicht hier Unabhängigkeit von Monopolen, mehr Kontrolle über Daten und langfristige Planbarkeit.
  • Unternehmen streben nach Flexibilität, Kosteneffizienz und Innovationsfähigkeit. Open Source bietet ihnen Anpassbarkeit und Skalierbarkeit.

Die gemeinsame Herausforderung: Beide Zielgruppen sehen sich mit Abhängigkeiten von proprietären Lösungen konfrontiert – sei es durch Lock-in-Effekte, fehlende Transparenz oder hohe Kosten.


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